Brev från Marianne Schweitzer till Märta den 25 oktober 1973

25. X. 73

Meine liebe Märta!

Dein Geburtstag ist schon herangekommen und mein Glückwunschbrief wird erst geschrieben. Du weisst aber wenigstens, dass ich am richtigen Tag an Dich denken werde mit so vielen guten Wünschen. Mögest Du auch im neuen Lebensjahr so gesund und schaffensfreudig sein wi bisher. Ja, möge Dir genug Kraft geschenkt werden, dass Du so leben kannst, wie Du Dir Dein Leben wünschst, eingeteilt in Familie, Salta, Arbeit.

Ich danke Dir für Deinen lieben Brief, der mich recht sehr gefreut hat bis auf den Anfangssatz: da ich ein paar Tage krank bin. Hoffentlich ist es nichts Ernsthaftes, - aber da hättest Du ja nicht schreiben können denke ich. Er war am 9. 10. geschrieben und kam am 19. X. an, also am 1. Tag nach meiner Rückkehr aus meinem geliebten Bärenfels. Es war dort auch dieses Mal wieder wunderschön wie immer dort. Das einzige Schwierige war, dass zwei Zschachwitzer befreundete Weiblichkeiten zur gleichen Zeit mit mir dort waren. Beide sehr nett, die eine mir eng befreundet; aber mit meiner sonstigen ganz auf Ausruhen bestimmten Lebensweise war es vorbei. Ich war mit meinen 75 J. die Jüngste, die anderen 83 J. u. 81 J. sind gesundheitlich nicht so angekaxt wie ich durch mein dummes Herz. Und mich immer abseits halten, das konnte ich nicht gut, ohne unhöflich zu sein. So ergab es sich von selbst, dass ich kleine Hilfsleistungen übernahm, wie: den Kaffee für uns auf's Zimmer oder in den Garten zu tragen und ähnliches mehr. Und mein dummes Herz liebt solche Armbelastungen so garnicht. Deshalb war der Erholungserfolg nicht ganz so wie sonst, trotz herrlichen fast hochsommerlich warmen Herbstwetters. Aber schön, wunderschön war es. Die ganze Atmosphäre des Schwesternheimes ist so kraftspendend. Jetzt ist die Umgewöhnung von 720 m auf 150 m über N.N. etwas schwierig. - Hier fand ich auch Euer Glückwunschtelegramm am 19. X. vor, das die Post vergass nachzusenden wie alle Post. Habt Dank, viel Dank.

Mein Geburtstag war wunderschön. Früh sangen 5 Schwestern vor meiner Tür Lobe den Herren!, dann nach der Andacht wurde das Geburtstagslied für Schwester Gisela, die mit mir Geburtstag hat und für mich gesungen. (Sie hatte sich Stern auf den ich schaue gewünscht, ich schloss mich an.) Dann hatten wir jede einen Geburtstagstisch mit Kerze und für mich einen wunderbaren Pflaumenkuchen, 2 Bücher, Karten. Alles so liebevoll gerichtet. Am frühen Nachmittag kam Hertha mit dem Bus herauf, wir tranken zu Viert Kaffee und waren dann noch 3 Stunden allein zu Zweit. Um 18 brachte ich sie zum Bus. - Ich habe viele kleine Wanderungen von 1½ - 2 Std. gemacht. Dort oben kann ich laufen und steigen ohne Mühe.

Jetzt fange ich sehr langsam mit meinen Altenpflegebesuchen wieder an, und hoffe dafür die Kraft geschenkt zu bekommen. So viele Blumen empfingen mich bei der Heimkehr, und 52 Brief- und Kartengrüsse zum Geburtstag und 5 Telegramme. Ich konnte in Bärenfels beim besten Willen nicht alle bewältigen.

Grüsse bitte sehr Gerd und Eure Söhne u. Gunhild, der es hoffentlich wieder gut geht. - Ach so noch eine Fragebeantwortung. Sam.- Sonntag bin ich aller 14 Tag oder 3 Wochen in Lockwitz, die anderen sind wir im sehr lieben Zschachw. Freundeskreis zusammen. Hertha kommt jeden 2. Freitagabend zu mir, da ist Lotte Kretschmar u. Frau Dr. Heckermann mit da und Margit v. Fritsch. Das ist immer recht nett. - Nun leb wohl, liebevoll grüsst Dich

Deine Nanna.

Ansvarig utgivare: Stefan Zenker, www.zenker.se

 
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