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Brev från Marianne Schweitzer till Gerd och Märta
den 14 februari 1967
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Seid nicht böse, dass der Dank für Euer so ganz wunderbares Paket erst heute kommt. So könnt Ihr garnicht ermessen wie sehr ich mich gefreut habe. Wie sehr so ein Paket weiter hilft glaubt Ihr garnicht. Und gar noch so feine Leckereien! Also habt von Herzen Dank! Und sehr grossen Dank für Deinen Brief, Gerd! Habe ich's gut. Anfang Dezember Märta's lieber Brief, dann Gerd's, dann das Paket. Das alles bringt soviel Wärme in einsame Stunden. Und äusserlich einsame Stunden sind ja viele da. Jeder Abend, eigentlich jeder Sonntag. Wochentags sind die Tage ausgefüllt mit Haushalt, besorgen, allerhand Leute gucken herein, eigene vorbereitende Arbeit für meine nun im Frühjahr beginnende Arbeit in den Dörfern. Ich arbeite die ca 3000 Dia durch und stelle einzelne Vorträge zusammen. Im eigenen Stadtbezirk bat man mich um Gartenvorträge in den Wohnbezirken. Hoffentlich gelingt mir das. Aber zu Bildern spricht man ja leicht, und Ottos Vorträge sind mir noch im Ohr. Zuerst muss aber Isko wieder gesund werden, der jetzt die meiste Zeit braucht. Er hatte eine ganz kleine bösartige Geschwulst an den Zehen einer Hinterpfote, die wurde operiert, und dann bekam er Bestrahlungen im Krankenhaus der med. Akademie. 16 soll er bekommen. Nach 8 Bestrahlungen hatte er einen solchen Röntgenkoller, dass wir aussetzen mussten. Er brach aller 10 Minuten 3 Nächte lang; dann kam Durchfall, dann war er plötzlich hinten gelähmt. Ich wollte ihm den Gnadentod geben lassen, da machte aber weder die Tierklinik noch der Professor Fritz, Chef der Strahlenklinik med. Akademie, mit. Er erhole sich wieder. Wir setzten 14 Tage aus. Er erholte sich tatsächlich. Nun fingen wir heute wieder an. Hoffentlich geht es nun besser. Die Sache kostet viel Zeit und Geld, aber er ist noch so eine lebendige Erinnerung an Otto. Und es ist doch schön, wenn noch wer im Zimmer atmet und schnarcht, und man kann wen anreden. Für meine kleine Wohnung muss und kann ich sehr dankbar sein, auch jetzt bei -11° morgens ist sie mollig warm. Allerdings spare ich nicht an Kohlen. Mein Hauswirtsehepaar ist reizend, sie lieben Isko, er liebt sie. Das ist fein, so kann ich ihn dort stundenweise lassen. So geht Isko z. B. nicht schlafen ehe er unten gute Nacht gesagt hat im Vorbeigehen vom Abendspaziergang. Kinderbesuch fehlt auch nicht, die zwei Rangen meines Arztes erscheinen aller Nasen lang, 11 u. 12 Jahre, unglaublich kluge Kinder, eben waren sie Bezirkssieger der Mathematik-Olympiade; ich muss dabei oft an Eure Jungens denken. - Mutti schickte mir die Abschrift von Stefans Geburtstagsbrief. Das war eine grosse Freude für mich. Meine Gedanken sind auch so viel bei Rolf und Birr. Gott schenke ihnen noch gesunde Kinder, es ist schwer jetzt für beide, aber es bindet umso fester aneinander wenn man gemeinsames Leid trägt. Morgen will ich zu Sibylle von ½ 10 - ½ 5, sie wird immer weniger, hat aber gottlob keine Schmerzen und ist der Überzeugung gesund zu werden. Rührend ist sie. - Hertha ist jetzt, seit der neue Beruf sie freier leben lässt, öfter hier, das ist fein. Sie kommt nun auch schon mehr in alles Neue hinein. Alles ist nun geregelter ohne Nachtdienst, freier Sonntag, arbeitsfreier Sonnabend. Das alles hatte sie als Hebamme nicht, und es bleibt doch der gleiche Beruf als Schwangerenfürsorgerin. Nun gute Naht. In herzlicher Liebe denkt an Euch dankbar
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