|
Brev från Hertha Zenker den 5 januari 1965
|
||||||||||||||
|
Dresden, den 5. Januar 1965
Nun ist man schon wieder "drin" im Jahr! Es vergeht alles so unglaublich schnell, alles rast immer schneller weg. Meine guten Wünsche kommen aber doch hoffentlich nicht zu spät zu Euch. Ich finde, daß man gute und herzliche Wünsche immer gebrauchen kann. Seid herzlich bedankt für das gut angelangte "Freßpaket". Vorhin beim Abendbrot ließen wir uns den Kaviaraufstrich gut münden. Habt Ihr nun das Weinachtsfest gut feiern können? Na ja, ein Sohn ist nun nicht mehr da. Ihr seid aber wohl nicht weit voneinander entfernt, daß Ihr Euch sicher öfters besuchen werdet. Schade, daß wir die reizende junge Frau Zenker nicht kennen lernen können. Wann tritt Stefan die Reise über das große Wasser an? Man möchte so viel wissen und erfahren. Mutti's Erzählungen im Sommer sind nicht erschöpfend genug. Ob sie wohl die Kräfte im kommenden Sommer wieder hat, um noch mal hierher zu reisen. Ihr guter Zustand ist sowieso ein Wunder, für das man sehr dankbar sein muß. Unser Weihnachten verlief sehr ruhig und beruhigend. Am Heiligen Abend waren wir schon mit allen Arbeiten so zeitig fertig, daß wir schon um 18 Uhr "bescheerten" und um 20 Uhr mit Essen und Feiern "fertig" waren. Das war noch nie dagewesen. Und dann gingen wir in's Bett. Am 1. Feiertag stieg ich ganz zeitig (¾ 5 Uhr) aus den Federn, denn ich wollte zur Christmette in der Kreuzkirche. Als ich ¾ 6 Uhr dort war, war die Kirche fast schon überfüllt. Fragt sich, wann die ersten Menschen schon da waren. Vom Mettenspiel sah ich natürlich garnichts. Aber die Musik war so schön, und sie gab die richtige Weinachtsstimmung. Erna und Brigitte waren an 2. 3. u. 4. Feiertag in Berlin um sich mit Erna's Bruder zu treffen. Und ich saß am 2. Feiertag mit Schweitzers in Laubegast gemütlich zusammen. Sylvester hatte ich Dienst. Den Feuerwerkszauber beschaute ich mir vom Balkon unseres Hauses. Es war ein phantastischer Anblick. Aber eigentlich sollte dieser Zauber ganz und gar verboten werden. Am 1. Jan. u. später haben die Polikliniken damit zuviel Trauriges zu tun. Ja, was wünscht man sich und den Menschen allen? Doch "nur" Gesundheit und Zufriedenheit und Frieden, das ist das größte Glück. In den nächsten Tagen geht noch ein Buch an Euch ab. Da wird der Dresdner Zwinger ganz und gar beschrieben. Vielleicht machts Euch etwas Freude. Beruflich bin ich nach wie vor sehrt eingespannt. Manchmal ist es fast zu viel. Nun wünsche ich Euch eine Gute Nacht, mit vielen herzlichen Grüßen bin ich Eure
|
||||||||||||||
|
||||||||||||||