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Brev från Hellmuth
Schultzky till Gerhard Zenker den 22 april 1956
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Dr.- Hellmuth Schultzky Lieber Gerd! Wie wir heute von meiner Mutter erfuhren, sind heute Deine beiden Großen, Stephan und Rolf, konfirmiert worden. Sicher werdet Ihr den Tag festlich begehen. Wir wünschen beiden von Herzen alles Gute auf ihren Lebensweg! Ich kann mich ihrer nur als kleine Steppkes erinnern, als ich im Kriege einmal in Dresden bei Euch vorsprach und von Deiner lieben Frau freundlich empfangen wurde. Durch Regis schwedische Reise im vergangenen Jahre sind wir ja wieder etwas näher herangerückt und wir hoffen, daß Ihr mal durch Bremen kommt. Ich bin ja auch telefonisch zu erreichen. Im November schrieb Deine Märta an Regi, daß sich Euer Erik für Ahnenforschung interessiert. Der Name Chalybäus Ackermann war mir ganz neu. Er müßte dann der Vater von Joh. Aug. Ackermann, dem Bürstenmachermeister in Chemnitz gewesen sein. Ich habe heute die mir vorliegenden Urkunden durchgesehen und danach die beiliegende Zusammenstellung gemacht. Leider habe ich auch nicht alle Linien verfolgt, sodaß mehr Lücken als tatsächliche Angaben vorliegen. Aber vielleicht nützt es ihm doch etwas. Wenn Ihr meine Angaben ergänzen könnt, wäre ich für eine Nachricht dankbar. Für die Richtigkeit der Angaben habe ich meinen Stempel als vereidigter Sachverständiger und Probenehmer darunter gesetzt. Mir war es ganz lieb, daß ich die einzelnen Urkunden endlich einmal zusammenfassen mußte. Für meine Brüder habe ich gleich Durchschläge gemacht. Im übrigen habe ich damit mein Gewissen erleichtert, denn ich habe Dir für einen lieben und ausführlichen Brief, den Du mir vor Jahren geschrieben hattest, noch nicht gedankt. Ich tue es hiermit verspätet. Was ich treibe, siehst Du zugleich aus meinem Briefkopf. Seit etwa 2 Jahren bin ich selbständig. Leider ist die Anlaufzeit immer noch nicht überwunden. Gesundheitlich geht es uns befriedigend. Regi lebt nur für ihren Kindergarten und hofft, im Herbst ins Seminar zu kommen auf weitere 2 Jahre. Gerolf ist jetzt nach Untersekunda versetzt und in der guten Mitte. Jetzt beginnt er mit Julius Caesar. Mein Bruder Hans ist in Michelstadt im Odenwald als leitender Chemiker in e. pharmazeutischen Werk. Alfred hat neben seiner Banktätigkeit sein Pilotenexamen wiederholt und ist sonntags immer in der Luft. Neulich schrieb er eine Karte aus Luxemburg. Mama geht es trotz ihrer 86 Jahre gut. Leider komme ich selten zu ihr nach Bremen, denn wenn ich in der Stadt bin, habe ich meistens geschäftliche Besprechungen. Dir, lieber Gerd, und allen Deinen Lieben recht herzliche Grüße und nochmals alle guten Wünsche für die Konfirmanden!
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