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Brev från Renate Zenker den 28 februari 1955
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Avsändare: Henschke, Essen-Steele-Horst, Tossens Büschken 9 Essen, den 28. 2. 1955
Gell, es hat lange gedauert, bis wir mal zur Feder greifen? Sicher haben Oxenstiernas Euch schon längst geschrieben. Wir haben sie gehört hier in Essen und sollten Euch von ihm schöne Grüße und von seiner Gräfin Mariza bestellen, welchen Erfolg sie gehabt haben. Die Leute haben dichtgedrängt gestanden! Über die Bilder waren alle begeistert, man hörte das an den Ahs und Ohs aus allen Reihen. Wie gut sprechen die beiden dabei, und wie interessant und heiter kann Erik v. O. sprechen! Es war sehr schön. Wir haben uns immer alles mögliche in die Bilder hinein gedacht. Zum Beispiel glaubten wir, Märtas Vater zu erkennen und Salta und Eriks (des Großen) Schulklasse. Sagt mal, haben wir Euch nach Weinachten schon geschrieben oder nicht? Es gelingt uns nicht, uns zu erinnern. Da haben wir Euch womöglich gar nicht für das schöne Stockholmer Bilderbuch gedankt. Was hiermit, wenn vielleicht auch zum zweitenmal, geschieht! Wie mag es Euch gehen? Ist Erik zurück und wieder ganz gesund? Habt Ihr mit Euren Liliputaner-Schluckeln die Riesenflaschen ausgeleert? Wir haben so gelacht! Leider hatten wir Sorge wegen des Zolls und konnten deshalb nichts größeres schicken. Ihr müßtet mal zu Karneval nach Deutschland kommen. In Sachsen kennen wir das ja nicht so, aber hier im Rheinland ist es lustig! Wir haben zweimal gefeiert, einmal waren wir in Düsseldorf eingeladen (wo sich ein großer Teil des Spaßes auf der Straße abspielt) und das andere Mal hatten wir selber eingeladen. Wir waren sieben Leute. Alle verkleidet, und sowieso, mit Hilfe einer Ananasbowle noch mehr in bester Stimmung. Wir stellten verschiedene, selbst ausgedachte Parteien dar. Uli und ich waren die KorkenPartei Deutschlands. Die Parteien mußten ihre Namen, Parolen und Parteilieder vortragen. Und um Mitternacht wurde über folgendes wichtige Problem debattiert: "Die Einführung der Alkoholspeisung in der christlichen Schule zwecks frühzeitiger Erweckung des Wehrwillens." Wenn Du mal viel Zeit und gute Laune hast, Märta, schreib doch mal an Suse. (S. Z. Freital II, Rudelstr. 46). Sie ist so allein. Freilich, Antwort wirst Du keine bekommen. Ich krieg auch keine. Aber als ich zu Silvester da war, haben wir uns sehr gut ertragen. Ich möchte sie ja gerne hierher haben, aber vorläufig tut sie es nicht. Hoffentlich wird es nun nicht unmöglich durch die vermaledeite Unterzeichnung der Pariser Verträge. Wir haben große Wut darüber.
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