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Brev från Cläre Immisch den 1 mars 1953
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Den 30. III Lieber Gerd u. Märta, Euer lieber Brief hat mich sehr gefreut, vielen vielen Dank. Und hier kommen auch gleich die Bilder vom Urgroßvater. Dabei möchte ich auch gleich eine Frage an Euch richten. Dieser Winter mit seinen mannigfachen Krankheitsnöten legt den Gedanken nahe, ganz ohne Sentimentalität und ohne Übertreibung, sondern ganz nüchtern daran zu denken daß für uns schneller als man denken kann eine Änderung eintreten kann. Sei es nun daß Herthle, mir voran geht und ich mich ganz anders und viel kleiner einrichten muß - sei es, daß auch meine Stunde schlägt. Vor dem Krieg hatte ich Dich im auf dem Notariat hintergelegten Testament als Erben genannt, neben Fritz Fischer von der Immisch-Seite. Das Testament wurde durch die Währung hinfällig, Geld ist nicht mehr zu vererben, aber die alten Familienmöbel. Fritz ist in der russischen Zone, Du in Schweden, so schrieb ich in einer kurzen informellen letztwilligen Verfügung Wolfgang - bezw. Bärbel als Erben auf. Wolf weiß darum und hoffte damals in die Lage zu kommen die Sachen einmal für sein Kind zu übernehmen. Es sieht nicht so aus, als ob ihn das gelänge, es ist trostlos. Da Ihr davon spracht den großen Omaschrank aus Dresden ev. kommen lassen zu wollen, bitte ich Euch auf jeden Fall um baldige kurze Erklärung ob Ihr gegebenfalls Wert auf einige Stücke legen würdet und welch und ob Ihr gewillt und in der Lage wäret falls es so weit ist, Transportkosten zu tragen. Herthles Herz macht ernste Sorge. Meine Blinddarmsoperation Weinachten ging gut vorüber, und die nachfolgenden Nöte Ischias, Knochenhautentzündungen u. Nervenentzündungen, sowie Grippe allmählich auch - aber um 10 Jahre älter bin ich in diesen Wochen geworden. Nun wie Gott will - Er hat uns bisher behütet und wird weiter helfen. Schreibt bitte, damit ich beruhigt sein kann alles in Ordnung zu haben. Gesegnete Osterzeit wünscht Euch Beiden und den Jungens Eure Cläre + Herthle. |
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