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Brev
från Sibylle Zenker (f. Tietze) till Märta den 8 februari 1953
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8. II. 53
Hoffentlich hast Du inzwischen die 2 Luftpostbriefe mit den Photos erhalten u. das Päckchen mit den Sachen aus der Ermelstr. Kaum hatte ich die Briefe gesandt, da kam Dein Paket. Hab' von Herzen Dank dafür. Ich bin so froh, daß Else Kaffee für ihr Herz hat, ich habe gestern Gemütlich 2 Täßchen mitgetrunken, denn ich bin über Wochenende hier bei ihr in Radebeul. Auch für die anderen schönen Dinge nimm meinen besten Dank. Ich wünschte, Du hättest mal gucken können, wie die Sachen auf der Zollstation abgeholt werden! Am. Mo. ging ich zur Baracke am Hauptbahnhof; mein 1. Impuls war: umkehren! Der Raum war von einer Menschenschlange, die in 5 Windungen stand, bis zur Tür gefüllt. 2½ Std. hat's gedauert. Als man dann in die vorderste Reihe kam u. sah, wie sie alle ihre Pakete öffneten, - war's ja spaßig, - was da alles herauskam! Liebevoll gepackt u. nun kritisch betrachtet. Ich hatte nur 12,60 DM Zoll zu zahlen, nur der Kaffee ist hoch verzollt, das andere kostet nicht viel, - aber auch Deine herrlichen Plätzchen mußten verzollt werden u. wenn's auch nur 20 Pfg. waren! Sie schmecken köstlich! Sende mir doch mal das Rezept - oder sind es nur die Zutaten, die sie so vorzüglich machen? Nun kam vorgestern Dein lieber Brief, hab auch dafür von Herzen Dank. Ich habe mich eben per Postkarte bei Frau Störmerfür nächsten Sonntag vormittag angemeldet. Ich will ihr den Brief lieber persönlich geben u. gleich alles mit ihr besprechen. Hoffentlich kommen wir zum Ziel. Gleichzeitig werde ich die restlichen Bücher holen, daß ich die Aufstellung für das Amt für Industrie u. Handel machen kann. Hertha meinte neulich, auch in der Ermelstr. würden noch Kisten mit schwedischen Büchern auf dem Boden. Ich lasse mir von Fr. Dittner, Herthas Freundin, etwas nähen, da komme ich öfters hin. Sie hat ja auch, wie Du siehst, etwas Wäsche rausgegeben; ich hoffe nach u. nach mehr davon senden zu können. - Ich bin gespannt, was Du über die Schreibtischsachen verfügst. Gerds Zeugnisse von der T H sind dabei. Was soll mit den Zeichnungen (v. Säbler meistens) werden? Ob Euer Vetter in München Interesse daran hätte? Na, überlegt mal! Mit Nanna u. Otto komme ich jetzt öfters zusammen. Vorigen Mo. war Nanna mit Friedel Rüger-Seidel bei mir. Das ist immer sehr gemütlich. Diese Woche ist nun Barbara an der Schilddrüse operiert worden. Die Krankheit ist in der Zeit ihres Leidens sehr schlimm geworden. Hoffentlich ist alles gut gegangen. Friedel hat sonst viel Freude an ihren Kindern. Mechthild hat fast alle Teilexamen mit der I gemacht. Sie hat nun ihr medizinisches Studium beendet. Auch Wolfgang kommt gut vorwärts in Dänemark. Große Sorge macht uns Suse. Sie sitzt immer noch in der alten Wohnung, ist nie zu sprechen, u. die seltsamsten Gerüchte gehen um. Dr. Baum ist oft bei ihr. Sie gehörte unserer Meinung nach in eine Anstalt. Nanna will vielleicht mal an die Verwandten schreiben; man kann sie doch nicht so verkommen lassen, - aber wie soll man helfen? Daß so ein dunkles Verhängnis um Hansens Schicksal schweben mußte! Nur der Tod konnte es - und hat es ja auch - gelöst. Traurig, daß Menschen einander so wenig helfen können, trotz guten Willens. Doch nun Schluß! Nach dem Besuch in Kl. schreibe ich noch mal u. gehe auf Deinen Brief näher ein. Jetzt muß ich gleich heimfahren. Nochmals 1000 Dank auch von meiner Schwester [Else].
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