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Brev från Sibylle Zenker till Märta den 27-29 januari 1953 |
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27. I. 53
Heute habe ich den ganzen Nachmittag in Deinen Sachen gekramt u. beinahe die Sitzung verpaßt. 29. I. Es war so hübsch, die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen. Ich hatte Fr. Störmer doch gebeten, ein Bücherpaket an mich zu senden. Ich fand das am einfachsten, denn ich kann ja soviel Bücher gar nicht tragen, dazu der endlose Weg. Sie sandte mir nun am letzten Ferientag 2 ihrer Kinder mit Schultasche u. 1 Koffer. Ach, - was hatte sie da hineingepackt! Sie hatte den Inhalt des Schreibtisches - [oläsligt] Wust, wertloses Papier - hineingestopft, - außerdem einige Bücher. Ich werde sie ran bitten, mir die restlichen Bücher zu senden, damit ich eine Aufstellung mache. Diese muß dann von irgend einer Stelle begutachtet werden. - Ich habe also nun den Wust dort mal gesichtet. Was bist Du für eine tüchtige Hausfrau! Die vielen Kochrezepte von Reklamepackungen zum Teil, ein zerrissenes Kochbuch - leider schwedisch - die Rezepte wandern i. den Papierkorb, den Kochbuchrest hebe ich auf, - vielleicht liegt Dir gerade an ihm noch was? Die Briefe habe ich vorläufig noch aufgehoben, bis Du Anweisung gibst. Senden kann ich sie höchstens einzeln. Es sind meist Briefe von Deiner Mutter, wenige von Gerd u. dazu von Bekannten. Ich denke, ich verbrenne sie, wenn Du einverstanden bist. Ich lese sie natürlich nicht, nur einen Geburtstagsbrief von Hans habe ich mir mal angesehen. Dann alte Gasrechnungen u. s. w. die vernichte ich natürlich. Soll ich Deinen alten Paß aufheben? Die Versicherungen? Von Gerd sind alte Schulzeugnisse da, viele Zeichnungen v. Gäbler noch herstammend. Auch Sachen von Vater-Zenker sind dabei, die werde ich Nanna geben, - nicht? Also äußere Dich mal zu den alten Papieren. Hier sende ich Dir ein paar Photos mit, ich denke sie werden Dich erfreuen. Die Bilder, die fest im Album sind, habe ich noch dringelassen. Dein Kaffeepäckchen ist noch nicht da. Man hört allgemein, daß die Sachen lange liegen. Hab' aber von Herzen Dank, daß Du es gesandt hast. Auch für Deinen Brief danke ich Dir sehr. Ich erwarte übers Wochenende den Besuch einer Schulfreundin aus Görlitz, da hab ich noch viel zu tun. - Also leb' wohl!
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