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Brev från Sibylle Zenker till Märta den 14 december 1952 |
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14. XII. 52
Hab' von Herzen Dank für Deinen lieben Brief. Es ist so schön, daß Du die "alte Zeit" noch so im Gedächtnis hast u. mir davon sprichst. Ich schrieb einmal an Hans, ich möchte gern mal ihn besuchen, wenn er wieder gesund sei u. dann sollte jeder Satz anfangen: "Weißt Du noch..." Nun zu diesem Besuch ist es nie gekommen; denn als ich das letzte Mal bei ihm war, war nur die Angst um die Gegenwart in ihm, er war viel zu krank, um Erinnerungen herauf zu beschwören. Nun ist er tot. - Ebenso habe ich es mir immer so hübsch vorgestellt, mit Hans Christoph einmal über seine Krankheit zu sprechen. Ein Kind erlebt doch alles ganz anders, u. man kann oft gar nicht in sein Inneres hinein gucken. Nur ganz wenige Sachen haben wir mal erzählt. Ich dachte ja stets, wir haben ja noch Zeit, ein Leben lang, - nun hat das Schicksal mir auch diesen Spiegel der Vergangenheit zerschlagen. Mit wem will ich nun über all das reiche Leben sprechen? Nur mit mir selbst. Es erscheint einem dann alles wie ein Traum. Ist mir mein Leben traumet oder ist es wahr, sagt Walther v. d. Vogelweide. Dein Leben wird sich 3fach spiegeln, - wie schön, wenn Du später die verschiedenen Fassungen hören wirst. - Ich kann mir denken, wie es jetzt vor Weinachten bei Euch zugeht. Die Spannung der Kinder! Die hübschen Strohtierchen, die Du damals auch hier aufstellteste, all der Adventsschmuck! - Ich nehme ja durch meine kleinen Jungen u. Mädel auch Anteil an der Adventsstimmung - aber fremde Kinder! Und doch ist's hübsch, wenn sie ihre vollen Herzen ausschütten mit so strahlenden Augen! Weißt Du, daß
man jetzt nicht einmal 10 Rolf scheint eine "Zenkernase" zu haben. Hans Christoph hatte doch einmal diese Vereiterung, er lag damals sogar in der Kinderklinik damit. Täglich besuchte ich ihn. Ich habe auch einmal Kieferhöhlenvereiterung gehabt. Das durchstechen der Scheidewand tut nicht weh, sie wird ja vorher irgendwie behandelt, - aber unangenehm ist der Stich u. das Spülen nachher schon. Hoffentlich bekommst Du es durch Wärme weg. Wir haben auch oft Kräutersäckchen aufgelegt. Ich habe ja fast nie Schnupfen; wenn aber doch wie jetzt in den letzten Tagen, so habe ich auch stets Angst, daß er sich wieder festsetzt. Aber meiner ist so gut wie vorbei. Heute früh ist meine Schwester wieder übers Wochenende oder besser -anfang gekommen. Sie läßt sehr herzlich grüßen. Nanna u. Otto hoffe ich in den Feiertagen einmal bei mir zu haben. Otto hat ja nun auf einmal wieder sehr viel zu tun, sodaß Nanna kaum fort kann. Ich grüße Euch alle von Herzen u. wünsche Euch ein frohes Fest!
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