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Brev
från Marianne Schweitzer till Gunhild af Sillén den 15 september 1952
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Odaterat; kuvertet stämplat 15. 9. 52
Ich muss noch einmal an Dich schreiben. Neulich habe ich Dir für Dein so wunderbares Paket mur so "pauschal" gedankt und das war unrecht. Ich glaube, ich erwähnte garnicht einen Extradank für die Kleider und Schuhe, gerade für die Dinge, die so ganz besonders glücklich machten. Und alles Anziehbare ist so besonders gewünscht; denn solche Stoffe gibt's ja noch garnicht wieder. Aus dem dunkelblauen Wollgeorgette-Kleid bekam ich jetzt ein wunderbares gutes Winterkleid gearbeitet, die Sommerkleider werden mir im nächsten Sommer sehr helfen. Die Schuhe waren auch ganz herrlich, und ich hätte sie gut vertauschen können, aber eine verarmte Bekannte - jetzt Rentnerin - hatte garnichts anzuziehen und da schenkte ich sie ihr. Das Glück hättest Du sehen sollen, so dankbar ist sie Dir und sagt immer: "Gottes Segen über die gute Dame in Schweden. - Ich kann das dunkelblaue Kleid jetzt so besonders gut brauchen. Ottos Mutter ist gestorben, heute vor 8 Tagen bekam Otto dann auch sehr schnell einen Interzonenpass und ist dann drüben bei Vater und Geschwistern. Am Montag läuft der Pass ab, da kommt er wieder. So furchtbar schön ist's nicht, ohne ihn hier allein zu hausen. Tagsüber lenkt die Arbeit im Garten und Haus ab, aber die Abende sind so früh, und wenn dann gar, wie jetzt jeden zweiten Tag on 6 - ½ 10 Uhr das Licht weggeht und auch das Radio stumm ist, ist's bei der Kerze recht einsam. Gut, dass ich wenigstens in meiner Katze noch etwas Lebendiges um mich habe. Augenblicklich hat [sie] wieder Junge, da ist allerhand Betrieb. Sie hat allerdings meistens Junge, die Jetzigen sind die dritten in diesem Jahr. Wir haben jetzt die reinen Novembertage. Trübe, kalt, Regen von früh bis abends. Zu schade. Ich liebe so die klaren sonnigen Herbsttage. Denke Dir, ich konnte noch gar keine Tomaten einmachen, sie reifen kaum. Das ist bei uns doch sehr selten. Natürlich gibt's auch kaum Zucchini. Wie mag es erst bei Euch sein, so "halb am Nordpol". - Hat Gerd eigentlich auf seine Deutschlandsfahrt viel photographiert? Du glaubst nicht, wie schwer es für uns war die gesamte Familie nicht sehen zu können. Da würden wir gern Photos sehen - und Berichte lesen. Es wäre zu nett. Jetzt kommt Besuch, deshalb Schluss. Habe nochmal von ganzem Herzen Dank. Wir sind für Kleider, Mäntel, Schuhe immer sehr dankbar. - Bitte grüsse doch Elof.
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