|
Brev
från Anderlitschka till Märta den 17 oktober 1946
|
||||||||||||||
|
Dietikon, den 17. X. 46 Liebe Frau Zenker! Gestern war der Herr hier, der Adalbert in der Tschechei geholt hat, und wir haben auch über Ihren Mann gesprochen, wenn ich mich nicht irre kennt er ihn sogar. In unserem Radio beklagten sich die Behörden, dass selbst Schweizer mit gültigem Visum nicht aus der Zone kommen. Das Visum ist noch nicht da, damit man aber keine Zeit verliert möchte ich Ihnen allerhand Vorschläge machen. Vorerst müssen Sie sich noch ein Einresevisum verschaffen, das heisst ein amtlich beglaubigtes Schreiben, dass Herr Zenker nach Schweden einreisen darf. Herr M. fährt am Sonntag nach Deutschland um 3 Brasilianer zu holen, die er auch auf Umwegen aus der Zone bringen muss, er hat überall Verbindungen, mit sämtlichen Besetzungsmächten. Es kostet allerdings eine Menge Geld etwa 2.000 Franken. Wenn Herr M. Zeit hat, geht er bei Ihrem Mann vorbei, um einmal persönlich über alles zu reden, vielleicht erfährt man allerlei, das man nicht schreiben kann. Auf alle Fälle schreiben Sie Ihrem Mann, dass er immer meine Adresse aufgeben muss, denn für Zürich bekommt er nie Aufenthalt, weil diese Stadt total überfüllt ist. Ich schreibe immer Herr M. weil dieser Name in keinem Brief stehen darf, damit er keine Scherereien mit den Besetzungsmächten hat, weil er immer wieder fahren muss. Haben Sie noch ein wenig Geduld. Freundliche Grüsse Ihre S. Anderlitschka |
||||||||||||||
|
||||||||||||||