Brev från Märta till Gerd den 16 september 1946

Salta den 16. 9. 1946


Gerd, mein liebster, vorgestern Nacht hast Du mir im Traum so angelächelt. So deutlich. Stimmt's. Ja, Du, ich habe Dir heute abend nichts besonders zu sagen. Ich habe seit über eine Woche keine interessante Post bekommen. Nur eine Einladung zum Dresden-Souper auf Stallmästaregården von Löfvander. Am 28. um 19 Uhr. Ich werde fahren. Und eine Antwort von Utlänningskommissionen auf ein Paar Fragen.

Gestern sind mit einem Schiff einige Schwedinnen zu ihren Männern nach Deutschland zurückgekehrt u. a. glaube ich Frau Spitter, die bei Rut eine Zeit wohnte u. Flüchtling aus Berlin war. Nun ist, glaube ich ebenfalls gehört zu haben, ihr Mann Direktor für Siemens in Mannheim geworden. Ob ich nun falsch sage weiß ich nicht genau. Jedenfalls es war ein hohes Tier u. wollte so gern hierherkommen, aber es ging nicht. Man erhält aber nicht Einreisevisum für einen kurzen Besuch nur. Meine Staatsangehörigkeit würde ich aber nicht verlieren wenn ich mit Dir eine kürzere Zeit in Frankreich zusammen käme. Wie das genau ist muß ich mir dann sagen lassen, wenn es aktuell werden sollte.

Ja, hier sitze ich am Saalstisch, so allein. Pappa im Rotary, ma. im Kino (ein wunderbarer echt franz. Film mit Madeleine Sologne über eine Tristan-Motive). Erik ist heute gefahren um bei seiner Karin zu sein, wenn es nun bald ernst wird. Er war so nervös. Ich grause mich eigentlich viel mehr mit ihr als damals selbst. Aber das erstemal ist ja so schwer. Hoffentlich kriegt sie keinen solchen Dickkopf wie Stefan.

Du, Gerd, lilla, rara! Wollen wir nicht gleich wieder nach Västerås ins Hotel fahren, sobald wir zusammen sind? Neulich, als wir mit dem Auto in Dalarna waren, nahmen wir den Heimweg über Västerås und zwar am Hotel vorbei. Es war ganz aufregend nach 7 Jahren und einem Monat oder zwei, mal wieder da zu sein.

Ob Du Rolfs Geburtstag nicht vergisst. Ich sage Dir er ist so süß und gutmütig, wenn er sich nicht mit Stefan schlägt. Und so landwirtschaftlich begabt. Eben praktisch, wie es mit dem übrigen Köpfchen ist lässt sich noch nicht feststellen. Ich lese nun eine lange Fortsetzungsgeschichte über die Katze (Kater) Pelle Svanslös, und das lieben sie masslos. Nun habe ich nach Nichtewitz und Schneeberg geschrieben und nach Tante gefragt. Es wäre hübsch, wenn ich ihr was schicken könnte.

Dies war bloß ein kleiner dummer Gruß, ich bin so müde heute abend, wollte bloß einen Kuß schicken. Es ist ja Montag. Es war doch am 25.10 u. 26.10 um 22,30 schwed. Zeit, wo Du an mich denken sollst.

Viele Küsse. Deine Märta

Ansvarig utgivare: Stefan Zenker, www.zenker.se

 
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