Brevkort från Gerd till Märta den 4 september 1946

Absender: Gerd Zenker, 13b Vilsbiburg (Ndb.), Kirchstr. 50

4. 9. 46

Meine Liebe, ist es nicht schrecklich, wie die Zeit vergeht? Nun haben wir schon wieder September. Anderthalb Jahre bin ich in Vilsbiburg, unglaublich. Wie geht es Dir, meine arme Kleine? Ich habe recht lange nichts gehört von Euch. Frau O. "tut ihr Möglichstes". Leider sind maßgebliche Herren im Urlaub. Ich zähle wieder an meinen Knöpfen! Wenn ich eines Tages Hals über Kopf hier weg muß, wird es mich bestimmt recht unangenehm überraschen (!?), ich habe immer so viel zu tun. So sind wir "Gelehrten" nun mal. Jetzt habe ich mir von Mutti einen Stoß Sv. Motortidn. schicken lassen und studiere fleißig. Weißt Du denn, daß Deine Sprache garnicht so einfach ist? Ein junger Mann sah mich im Zuge in der Zeitshrift lesen und sprach mich an, hielt mich für einen Schweden. Seitdem Hunderttausende von unsren Leuten in Norwegen, Dänemark u. Finnland waren, verstehen viele Schwedisch. Wir könnten es jetzt jedenfalls nicht mehr als Geheimsprache auf der Straße verwenden!

Unser Lenerl hat geheiratet, bleibt aber noch bei Doktors! Ich habe ihr Dein Bügeleisen verehrt, sie ist selig! Weißt Du noch, wie wir es auf der Seestraße kauften? So fein sieht es jetzt allerdings nicht mehr aus, innerlich ist es aber das alte geblieben. Genau wie Märtas Gerd. In Motort. finde ich viele hübsche Zeitgsausschnitte! x [x:et utmärker antagligen var han har kysst kortet /SZ]

Mit den besten Vorsätzen für baldiges Wiederschreiben

Dein Gerd

Ansvarig utgivare: Stefan Zenker, www.zenker.se

 
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