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Brevkort från Gerd till Märta den 27 augusti 1946
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Liebste Märta! Eine magere Karte in der Hand wird Dir lieber sein als ein fetter Brief auf dem Dach. [Talesätt: "Besser ein Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach".] Ich bin immer sehr im Druck. Du fragtest mich mal, ob ich nachts arbeite. Ich habe immer die besten Vorsätze, aber fast immer übermannt mich doch die Faulheit um 22 Uhr. Von meiner etwas strapaziösen Reise bin ich gut wiedergekommen, wenn auch etwas zerbissen. Steig nur um Gottes willen nicht aus, wenn Du mit dem Autobus durch Deutschland fährst. Ja, Du Liebling, Dr. O. gab mir vorgestern Deinen rot getippten Brief und frischte mit ihm meine Lebensgeister auf. Was für phantastische Perspektiven! Daß Herthas Bruder gesund ist, wenn's darauf kommt, und Dir als Reisebegleiter zur Verfügung steht, denke ich doch sicher. Er ist ja so ein guter Kerl, der Dich schon nicht im Stich lassen wird. Es fragt sich nur, ob Ihr Euch trefft. Ob denn Hennings Schulkamerad irgend einen günstigen Einfluß ausüben kann? - Wenn ich an meinen astronomisch-astrologischen Brief denke, überläuft mich's kalt. Ich bin von falschen Voraussetzungen ausgegangen, als ich ihn schrieb, weißt Du. Wenn ich mit den Berichten fertig bin, schreibe ich ein Buch oder auch nur eine Broschüre. Der Prof. verschafft mir einen estklassigen Vorschlag. Ob ich das letzte Kapitel wohl in Flygeln fertigschreibe? Glücklich, der einen wahren Freund findet; glücklicher, der in seinem Weib einen wahren Freund findet (Schubert). Ich hatte vergessen, daß es so schön ist (M. af S., Dresden 1937). Ich gehöre Dir! Immer Dein Gerd. Hast Du noch nichts aus Brasilien gehört? |
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