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Brev från Märta till Gerd den 22 juni 1946
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Den 22. 6. 1946 Mein geliebter Gerd, Du, ach eiw bin ich heute traurig. Nach zwei Wochen kam Deine Karte vom 5.6. Die vorige kam ja am 8. Ich hatte so auf Post von Dir gewartet und nun diese trurige Mitteilung. Du, Liebster, Du! Es hat natürlich Tränen gegeben. Ich bin noch am Abend ganz zitternd. Und Du bist allein und kannst mit niemand sprechen. Als es wieder zwei Wochen dauerte, hatte ich eine leise Hoffnung, Du kommst überraschend zum 25. Juni. Gerd, lilla. Was machen wir nun? Wieder an Onkel Otto schreiben. Er freute sich so, als wir glaubten gute Aussichten zu haben. Und Du deutest was an. Sag bitte was es ist. Mir ist als hätte ich eine Atombombe in mir, die jeden Augenblick explodieren kann. Aber nein, ich werde schon aufrecht bleiben und hoffen auf den Tag........... Es ist so viel Unersetzliches was verloren geht jeden Tag wo wir uns nicht haben. Und ich habe keine Läuterung wegen dieser Leiden bei mir beobachten können. Hoffentlich hast Du, wenn Du dies liest neue Hoffnung und wirst nicht noch trauriger. Ob ich wieder ein Paket in Richtung Vilsbiburg loslasse? Wie hast Du die Ablehnung erfahren? Schriftlich? Schreib mir bitte öfter, das ist doch das Einzige was ich habe. Und nun kommen zwei Feiertage zum Johannisfest, das kann ich gar nicht leiden, da werde ich bloß nervös davon, wenn man nicht weiß was man tun soll. Aufs Lesen kann ich mich auch nicht konzentrieren. Nur ganz spannende Kriminalromane. Stefan war heute früh ganz frisch, durfte aufstehen und mit fahren, als wir Faster im blumengeschmückten Pferdewagen abholten. Nun liegt er heute abend wieder mit Fieber, hier in der kleinen Kabine, die Erik früher bewohnte und ich muß hier draußen in Hallen sitzen, denn er hat Angst, daß sonst Wölfe oder Räuber zu ihm reinkommen. Ich las ihm nämlich mal wieder von dem barmherzigen Samariten vor, daher die Angst vor Räubern. Heute abend kam Rolf zu Stefan rauf: Haha, ich bin auch krank, Stefan. Das sind wohl die besonderen Zärtlichkeiten, die einem Kranken zuteil werden, die ihn neidisch machten. Aber er hat wirklich auch gefroren und Bauch- und Beinschmerzen gehabt. Vor einem Jahr hat sich Erik verlobt um die Zeit. Und nun ist Karin schon im 7. Monat. Sie ist so lieb und gut, die ideale Schwägerin und Schwiegertochter. Erzähl mal ein bißchen von Familie Kastl. Isst Du also mit ihnen zusammen. Das ist doch hübsch, natürlich nicht so wie bei Dir und mir zu Hause, aber doch. Wie sehne ich mich nach einem eigenen Heim wieder. Es klingt wohl undankbar, aber es ist so. Wie furchtbar muß die Trennung für Euch sein, Ihr, die Ihr so glücklich wart, sagte Mia. Als Gegenteil von sich selbst? Sie behauptete nämlich auch, Bertchen hätte lieber eine gewöhnliche spiessige Frau heiraten sollen und keine Künstlerin. Aber ich glaube sie lieben sich auch, wenn auch nicht so wie ich Dich! Warum glaubst Du, daß es so schwer is rauszukommen? Ich werde wieder an Bernadotte schreiben und fragen wie seine allgemeine Aktion steht. Hast Du was zu lesen in der freien Zeit. Es wäre gut, wenn ich schwedische Bücher schicken könnte für Dich zum Üben. Ist es schwer so lange ohne Frau zu sein? Wir müssen wieder hoffen, daß es uns bald besser geht. Schreibe mir alles alles von Dir. Hier sind ja nun die Nächte so hell, daß man gut Schreibmaschinenschrift lesen kann. Das hat Miehes so imponiert. Nun Gerd, Du, weißt Du wenn Du wieder bei mir bist, da brauche ich so viel Liebe und Zärtlichkeit auf einmal wie mir noch zusteht seit diesen leeren Jahren damit ich wieder ins Gleichgewicht komme. Weißt Du daß es so schwer ist so viel Teilnahme und weinerliches Mitleid auszuhalten. Bleib mir nur gesund und voll Zuversicht und schreibe oft und alles was Du machst und denkst, ich will auch versuchen einen besseren Brief bald zu schreiben und erzählen etwas von der vergangenen Zeit. Ja, ich liebe Dich so wie immer, so wie damals am 25. 6. 34, denn da liebte ich Dich auch schon sehr und jetzt wohl auch ein bißchen mehr. Kann Erich Heymann nichts für Dich machen? Viele Küsse und alle Liebe von Deiner
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