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Brev från Märta till Gerd den 12 februari 1945
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Månd. d 12. 2. 45 kl 24 Mein Gerd, den vierten Bogen fange ich nun an um Dir zu schreiben und danken für alles schöne, was ich bei und mit Dir erleben durfte. Ich meine wohl nicht hauptsächlich alles was wir auf den Reisen gemeinsam erlebt haben oder auf den Ausflügen, sondern das tägliche Leben, diese stillen Augenblicke voll Seligkeit, dieser Jubel des Wiedersehens, als Du zurückkamst von den Reisen. Das nächste Wiedersehen, das wird ein Riesenjubel, da sind wir ja auch fünf die uns wiedersehen resp. 2 bloß sehen. Und doch, es wäre falsch nicht einsehen zu wollen die Gefahr in der Du täglich schwebst. Es ist wahnsinnig den Gedanken ausdenken zu müssen, aber schlaflose Stunden haben mich gezwungen. Du wirst treu Deine Pflicht tun, das weiß ich auch mit dem Bild vor Augen, daß wir eines Tages wiedervereint sind. Nicht etwa denken, daß Du uns abgeladen hast und Du bist allen Sorgen um uns los. Hab Dank für Deine große Liebe und Geduld mit mir. Auch diese gefahrvolle Tagen werden einmal überwunden sein. Und da werden wir so fest zusammen stehen wie nie zuvor. Du sollst nicht glauben, ich lebe jetzt in einer anderen Welt als Du. Ich muß die Bürde so rel. allein tragen, das macht es so schwer. Die meisten Leuten hier haben ja den Krieg so satt, daß sie ihm bloß flüchtige Minuten über der Zeitung widmen. Bald 12 Jahre habe ich Dich nun über alles geliebt. Jeden Tag ein bißchen mehr. Dagegen waren die Stunden die wir miteinander hatten kurz aber nie trüb. Nun bin ich immer bei Dir immer. Ich sehe Dich immer im Wintermantel vor mir. Warum? Möchte Dich lieber etwas anziehen. Pappa soll laufen in ein Haus wo kein Krieg ist, wenn die Russen nach Dresden kommen sollten, meint Stefan und wir müssen ihnen sagen, daß pappa lieb ist und keiner auf ihn schiessen darf. Eine Froschperspektive. Es war ein Wahnsinn von Dir weg zu fahren, für mich, aber die Kinder. Wir dürfen eben nichts vor uns sehen als daß es einmal gut wird. Die letzten drei Nächte träumte ich von Dir und Dresden so lebendig. Gerd: Stein, eine Juninacht 39 auf der Ermelstraße, wieder aufgewacht. Dein "Bekenntnis" in Freital (Zusammengehörigkeitsgefühl dabei). Das erste Wiedersehen bei Stefans Geburt, Einzug auf d. Emser Allee. Am 15. 1. 41 als Du Deine Hand auf meine lagtest bei Mutti im Orient (weißt Du wohl nicht), Rolfs Taufe, Ostern 42 unser einziger Ostern allein zus. Stefan zurück von Dr. Elsner. Weihn. 43, war das nicht alles schön. Das Körper, Herz und Seele sich so innig vereinen können.
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