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Brevkort från Gerd till Märta den 1 november 1944 från Dresden
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10 Klotzsche, Mozartstr. 8 1. 11. 44. Meine Liebste! Gestern bekam ich einen lieben, lieben Brief, der "nur" 15 Tage alt war. Du mußt Stefan sagen, daß Pappa sich über seine Unterschrift gefreut hat! Es regnet, regnet ohne Aufhören. In der schön vorgerichteten neuen Küche hat es schon durchgeregnet, sodaß die Farbe abblättert. Und der Dachdecker kommt ewig nicht. Die Wände sind wie gesagt überall neu und sehr anständig, hell, gewalzt, aber die Fußböden schauderhaft. Schade, da ist aber nichts zu machen. Wenn es ginge, würde ich 80 m2 Linoleum kaufen. Die Treppe vom 1. zum 2. Stock ist auch nur nackter Stein, das ist übel für die Scheuerhader! Wir haben einen so schönen großen Keller. In ihm steht ein großer Regal (leere Einmachgläser usw!), die Kartoffelhorde, augenblicklich noch leer, unsre alte Küchenkommode und die Kinderwagenleichen. Die Kohlen habe ich immer noch nicht draußen. Die Ofen heizen nicht schlecht. Wegen der hohen Lage (200 m gegen Dresden 115 m) fließt das Wasser schlecht, es dauert endlos, bis die Badewanne vollgelaufen ist. Dafür ist der Gasdruck mirakulös. Nun wohne ich schon den 5. Tag draußen! An der Gartentür ist immer noch kein Namensschild, es ist ja immer dunkel, wenn ich draußen bin. Auch die Verdunklung steht noch auf schwachen Füßen. Zum Wochenende gibt's jedenfalls zu tun! Dummerweise muß ich Sonntag abd. auf 2 Tage nach Stuttgart, den Rest der Woche zur Flak. ... ist jeden Tag bei mir, schlaff auf dem Sofa. Bin gespannt auf Deine Einrichtungspläne. Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten. Augenblicklich habe ich ein Wohn-Sclafzimmer und 3 Staubstuben! Sehr praktisch. Liebes kleines Ding! Ich habe Dich ja immer so sehr lieb. |
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