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Brevkort från Gerd till Stefan den 11 juli 1944 från Dresden
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Lieber kleiner Stefan! Eigentlich darf ich ja garnicht mehr kleiner Stefan sagen, denn Du bist ja schon ein so großer Junge geworden. Pappas großer Stefan. Mamma hat mir ein Bild geschickt, auf dem ich Dich sehen kann, wie Du gerade den kleinen Erik auf den Knien hältst, ganz vorsichtig, damit Du ihn nicht fallen läßt. Denke Dir, daß ich das kleine Brüderchen noch nicht gesehen habe! Ist das nicht komisch? Und dann habe ich noch ein anderes Bild gesehen, da bist Du gerade hingefallen und hast Dich schmutzig gemacht und weinst sogar ein bißchen. Aber ein Junge weint doch nicht! Bloß kleine Mädchen weinen und haben Angst. Es ist schön, daß ihr so lange bei morfar und mormor sein dürft. Denn nach Salta dürfen ja keine bösen Engländer kommen. Seid ihr immer lieb und folcht auch schön? Ich bin jeden Abend ganz allein in unsrer großen Wohnung auf dem Dürerplatz und habe sehr viel Platz. Im Schlafzimmer kann ich mich in zwei Betten legen, und wenn ich mich ganz klein mache, dann könnte ich mich auch in Dein oder Rolfs Bett legen! Denk nur mal an, am Sonntag bin ich mit der Schwebebahn gefahren! Weißt Du noch, wie das ist? Viele Leute fragen mich immer wieder, wie es euch geht und wann ihr wieder kommt. Helga Jentzsch fragt: Wann kommt denn endlich der neue Bubi? Damit meint sie Erik! Und Onkel Weber möchte so gern ein paar Briefmarken von Dir haben. Geh doch mal zu morfar und bitte ihn, daß er dir vielleicht ein paar Briefmarken aus seinem Papierkorb gibt, die kannst Du dann an Onkel Weber schicken. Willst Du auch mal ein bißchen an mich schreiben und malen? Du kannst mir ja ein Bild malen wie Ihr im Walde spielt oder gerade am See seid, nicht wahr? Pappa, für jeden kleinen Wutz einen [Kuß]! |
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