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Brevkort från Gerd till Märta den 26 juni 1944 från Dresden
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Liebste! Nach langen Irrfahrten kam der eingeschriebene Brief mit Eriks Geburtsschein. Die Irrfahrten erstanden übrigens nur dadurch, daß die Briefträgerin nie jemanden zuhause antrifft und eine falsche Hochschuladresse angegeben hatte. Das ist ja wieder so ein interessantes und stattliches Dokument wie unsre Heiratsurkunde. Glücklicher Erik! Glücklicher auch Pappa! Morgen gehe ich nämlich auf die Hochschulkasse und melde an und lasse mir fleißig nachzahlen. Und dann aufs Finanzamt! Das sind die Freuden des Kinderreichen und die Belohnung für seinen opferreichen Einsatz für Volk und Vaterland. Ich habe wieder Flakwoche mit vielen Wachen und Alarmen und bin dementsprechend schläfrig. Unsre Wohnung steht so gut wie ganz verwaist. Gisela kommt nach wie vor zweimal wöchentlich und wäscht auf und tut sonst noch dies und das. Die Motten haben nichts zu lachen. Ich wollte Dir 10.- schicken, es geht aber leider nicht. Hast Du um Dauer-Ausresegenehmigung ersucht? Mußt Du nun wieder wochenlang nervös sein? Glaubst Du wirklich, daß es erlaubt wird? Liebes Märtalein! Ich habe mich an den Gedanken beinahe schon gewöhnt. Es muß doch in absehbarer Zeit zu einer Entscheidung kommen. Endlich ereignet sich wieder etwas! Im vorjährigen Liber ist zu lesen: Und nun warten wir alle auf die Vergeltung. Ich freue mich, daß die vielen Leute hereingefallen sind, die alles für einen großen Bluff hielten. Hier ist es meist trüb und kühl. Wir heizen nachts in der Baracke! Küsse für Dich und meinen Wützen. |
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