Brev från Elisabeth Zenker till Märta den 28 april 1944 från Dresden

An Frau Märta Zenker, Salta gård, Enköping, Schweden
von Frau Elisabeth Zenker, Dresden, Ermelstr. 13

d. 28.4. 44

Meine liebe Märta!

Du kannst Dir denken, dass meine Gedanken so viel bei Dir sind, doch suchen sie Dich mehr in Salta als in Upsala, von wo Du ja auch bald Abschied nimmst. Nun lass Dir zuerst einen herzlichen Kuss geben und Dir Glück wünschen zum Buben-Kleeblatt, auf das ich ja so bestimmt rechnete. Wie schön, dass alles so gut gegangen ist und Du Dich der schwedischen Lustgas-Barmherzigkeit erfreuen durftest. Freilich hörtest Du da wohl nicht "den ersten Schrei", der ja so erlösend und beseligend mir einst in den Ohren klang. Was haben Stefan u. Rolf zum Bruder gesagt, der nun nicht Kristina heissen kann? Wollen sie ihn brüderlich in ihrer Mitte aufnehmen oder sagen sie wie Gerd vor Herthas Geburt: "wenn ich mir etwas wünschen darf, so wünsche ich mir einen jungen Hund!" - Hoffentlich sind Dir die Tage in U. angenehm vergangen und Du kehrst so frisch nach Salta zurück wie damals hier von der Strehlnerstr. Ob nun auch dort der Frühling kommt, dass die beiden Grossen recht viel im Garten und Hof sein können. Das cykelhäst ist gewiss herrlich für Stefan, aber Rolf will wohl auch darauf?

Hier geht alles seinen etwas gehetzten Gang. Gerd schrieb Dir wohl schon, dass Hertha fort vom Ermelhaus ist und ich in 3 Tagen alle ihre Sachen von Radebeul bis Wilden Mann schleppen musste, denn H. hatte bis zuletzt Dienst u. dann haben wir am Sonntag noch ihr Zimmer ganz gründlich rein gemacht für die Nachfolgerin, die auch gleich bei ihrer Ankunft eine Geburt machen musste. Hertha hat zunächst Ferien u. dann hofft sie mit Sicherheit in unsrer Wohnung sich niederlassen zu können. Das gibt ja auch für mein Leben neue Pflichten, denn je mehr sie zu tun hat, so unregelmässiger wird doch unser Leben. In der Gärtnerei bin ich vorläufig jeden Nachmittag, früh zeitig ist's weh so kalt. Wir essen schon viel grünen Salat u. Radieschen. Zu Gerds Missvergnügen bin ich früh immer auf dem Dürerplatz, es ist aber doch hübscher, wenn er alles in Ordnung findet beim Heimkommen. 3 mal isst er hier, im übrigen verhungert er aber auch nicht, ich koche ihm auch oft Pudding. Du kannst da ganz sorgenlos Dich Deiner Ferien freuen, ich wünschte Dir nur, sie dauerten länger u. Deine arme Mamma sähe nicht schon die Zeit der Abreise näher kommen, die Tage verfliegen zu schnell! wie rasch war das ¼ Jahr 1939 bei Helene um! Grüsse sie bitte herzlich per Telefon.

Dir und Stefan, an dem ich am 15. herzlich denken werde, u. Rolf u. vor allem Deinen lieben Eltern sendet die innigsten Grüsse.

Deine Dich liebende Mutti

Ansvarig utgivare: Stefan Zenker, www.zenker.se

 
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